SV Urania Lütgendortmund 1915 - Tradition, Stolz und Herz SV Urania Lütgendortmund 1915  -  Tradition, Stolz und Herz

SV Urania Lütgendortmund 1915 spielte in drei Fußballverbänden

23 junge und sportbegeisterte Männer waren es, die sich am 01.04.1915 (der erste Weltkrieg hatte bereits begonnen) im Ortsteil Holte-Kreta zusammenfanden und den Verein "SV Urania Lütgendortmund" gründeten. Der Älteste von ihnen war kaum 18 Jahre alt. Dem ersten Vorstand gehörten Wilhelm Fey, Fritz Klobes, Heinrich Roppel, Ludwig Tiburcy, Hermann Stutzmann und August Appelbaum an. Bei den Gründern handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Jungbergleute der Zeche "Urania", die dem Klub auch den Namen gab.

Bedingt durch den ersten Weltkrieg konnten in der Gründungsphase nur Freundschaftsspiele in begrenztem Rahmen durchgeführt werden. Austragungsort war der Sportplatz an der Dellwiger Straße. Außer Fußball wurden auch andere Sportarten betrieben. Von den damaligen Sportfesten zeugten zahlreiche Urkunden und Siegerpreise, die noch lange im Vereinslokal Kranenfeld (später Gondermann) aufbewahrt waren, jedoch später durch den Krieg verlorengingen.

Die damalige kleine Mannschaft spielte in weißen Trikots mit blauer Schärpe. Der Krieg aber forderte Tribut. Die durch nicht zurückgekehrte Kameraden entstandenden Lücken konnte der Sportverein Urania nur durch eine Fusion mit dem "Ballspielverein (BSV) Westfalia Lütgendortmund" wieder schließen. Um einen geordneten Spielbetrieb durchführen zu können, trat man schließlich dem Emschertaler Spielverband bei. Bei diesem Verband handelte es sich um den Zusammenschluß von Vereinen, die der Westdeutsche Spielverband nicht aufnehmen wollte.

Durch den Zusammenschluß mit dem "BSV Westfalia" erhöhte sich die Mitgliederzahl auf 260. Später kam es noch zu einer Fusion mit dem "Turnverein Einigkeit Lütgendortmund". Danach wurden mehr als 800 Mitglieder gezählt. Sonntag für Sonntag konnten drei Senioren- sowie vier Jugendmannschaften auf das Spielfeld geschickt werden. Mehrere Bezirks- und Kreismeisterschaften innerhalb des Emschertaler Verbandes geben Zeugnis von der Spielstärke der 1.Mannschaft. Stammspieler in diesen Jahren waren Alex Hipko, Gustav Schütz, Willi Wichmann, Heini Rostek, Robert Richter, Gustav Adam, Fritz Krawzik und Hans Michalke.

Der Emschertaler Spielverband war schon nach kurzer Zeit nicht mehr in der Lage, allen Urania-Mannschaften Spielmöglichkeiten zu bieten. Urania trat daher dem "Arbeiter-Turn- und Sport-Bund" bei. Auch hier war man schnell erfolgreich: 1922 gewannen die Uranen die Bezirksmeisterschaft im Dortmunder Arbeitersport. Die anschließenden Spiele der Vorrunde um die nordwestdeutsche Meisterschaft führten die Mannschaft bis nach Kassel.

Schließlich gelang es doch noch, den Beitritt in den Westdeutschen Spielverband zu erreichen. 1926 wurde der SV Urania aufgenommen und der untersten Klasse zugeteilt.

Nach dem ersten Aufstieg in der Saison 1928/29 etablierte sich der Verein 1933 in der Bezirksliga. Doch dann kam die Machtübernahme der Nazis. Und die hatte negative Auswirkung auf die Holte-Kreta-Kicker. Nach einem Spiel gegen den SC Solingen wurde der Klub im Zuge der Gleichschaltung mit dem Ortsrivalen "SG Lütgendortmund 06" zwangsvereinigt. Darüber heißt es in der Zeitung "Sport Sonntag" vom 21. August 1933 unter der Überschrift "Zusammenschluß des Sp. und Sp. 06 Lütgendortmund mit Urania":
"Nach vorausgegangener Besichtigung der Sportanlagen des Spiel- und Sportvereins Lütgendortmund 06 und des Sportvereins Urania Lütgendortmund, entschied Dr. Wagner (Dortmund) in einer hierfür besonders anberaumten Sitzung über die Vereinigung der beiden Sportvereine "Sp. u.Sp. 06 und SV Urania Lütgendortmund". Die bisher bestandenen Schwierigkeiten bezüglich der neuen Vereinsbezeichnung und anderer Kleinigkeiten, die in einer seit langer Zeit betriebenen Verschmelzung hemmend im Wege standen, sind restlos beseitigt. Unter der neuen Bezeichnung "Verein für Leibesübungen Lütgendortmund 06 (VfL Lütgendortmund 06)" mit dem Sportplatz des früheren Sp. und Sp. Vereins fungiert als Vereinsführer Fritz Leßmöllmann, stellvertretender Vereinsführer ist Gustav Rose und Geschäftsführer Wilhelm Schulz."

Doch die "Mußehe" hielt nicht lange. Bereits 1935 traten beide Klubs wieder unter ihrem alten Namen an. Für die Urania hatte die gescheiterte Zwangsfusion allerdings eine unangenehme Nachwirkung: Sie mußte ihren Spielbetrieb wieder in der untersten Klasse beginnen. Zudem stand keine eigene Sportanlage zur Verfügung, so daß die sportlichen Vergleiche auf fremden Plätzen ausgetragen werden mußten. Das sollte sich erst 1940 ändern, als der Verein die noch heute benutzte Kampfbahn "Holte Kreta" sein Eigen nennen konnte.

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